Startup Planning

Startup Marketing – die wichtigsten Social Media Plattformen im Überblick

Mit dem Gründungstag eines jeden Startups, beginnt automatisch ein „großes Rennen“, bei dem das Startup neben den Hauptaufgaben wie Produktentwicklung, Kundenakquise und Marketing noch ca. eine Million andere Sachen gleichzeitig zu machen hat. Der ganz normale Startup-Alltag eben…

Dabei ist das Thema ‚Marketing für Startups’ eine ganz besondere Baustelle. Schließlich haben Startups meistens ein weitaus geringeres Marketing-Budget als die etablierten Konkurrenten.

Groß angelegte Marketing Kampagnen gibt das eigene Marketing Budget selten her. Jeder Marketing Euro muss den höchstmöglichen Return-on-Investment bringen. In kürzester Zeit müssen möglichst viele (potentielle) Kunden auf die eigenen Social Media Präsenzen bzw. die eigene Webseite gelockt werden! Hier muss man als Startup kreativ sein und umdenken.

Die Lösung für dieses Problem heißt für die meisten Startups ‚Social Media Marketing’. Vor allem in den letzten Jahren hat die Relevanz des Marketingbereichs stark zugenommen. Eigentlich logisch. Denn Startups können in relativ kurzer Zeit mit wenig Budget eine vergleichbar große Community für die eigenen Produkte aufbauen.

Klingt zu schön um wahr zu sein? Ist es zunächst irgendwo auch. Denn gerade Startups, die im Bereich Social Media Marketing noch keine Erfahrung gesammelt haben, werden oftmals von Fragen wie
• „Welche Social Media Kanäle sollen wir jetzt eigentlich nutzen?“
• „Sollen wir uns am besten auf jedem Kanal einfach anmelden?“ und
• „Was müssen wir auf den jeweiligen Kanälen posten, um gefunden zu werden?“
zurück- bzw. aufgehalten.

Ich möchte euch in diesem Beitrag einen groben Überblick über die wichtigsten Social Media Plattformen für Startups geben. Und euch somit bei der Auswahl der richtigen Kanäle helfen.
 
Hierfür schauen wir uns die einzelnen Kanäle an. Wir beantworten die große Frage, mit welcher Art von Content wir auf den jeweiligen Kanälen auftreten sollten. Und unsere gewünschte Zielgruppe damit effektiv zu erreichen!

 

Social Media Plattformen – ein erster Überblick

 

Die Liste der Social Media Kanäle ist nach keiner bestimmten Reihenfolge aufgeführt. Sie umfasst längst nicht alle existierenden Social Media Kanäle. Ziel ist es, einen ersten Überblick über die Kanäle zu geben, die von Startups in Deutschland genutzt werden. Und natürlich zu lernen, diese effektiv für die eigenen Marketing Aktivitäten einzusetzen.

 

Facebook

 

Obwohl der Social Media Gigant immer mal wieder in der Kritik wegen den eigenen Datenschutzpraktiken steht, bleibt der blaue Gigant DIE Anlaufstelle für Unternehmen, die ihren Marketing-Mix um das Thema Social Media Marketing erweitern möchten.

Allein aufgrund der Nutzerzahlen – Stand 2018 hat Facebook mittlerweile 2,1 Milliarden aktive Nutzer (!) – ist ‚Startup Marketing’ ohne Facebook kaum vorstellbar. Zu groß sind die Chancen, die eigene Zielgruppe auf Facebook selbst anzutreffen – und zu Fans des eigenen Unternehmens zu machen!

Best Practice. Facebook hat unlängst verkündet, dass die Plattform selbst ein Ort ist, an dem die User mit Freunden und der eigenen Familie kommunizieren sollen. Unternehmen, deren Inhalte keinen Mehrwert sondern nur Kaufaufforderungen enthalten, passen in dieses Bild nicht wirklich rein und werden vom Facebook-Algorithmus mit minimaler Reichweite abgestraft.

Startups müssen also clever sein und Inhalte produzieren, die von der eigenen Zielgruppe als so interessant wahrgenommen werden, dass sie bereit sind, diese mit den eigenen Freunden und der Familie – auf dem eigenen NewsFeed – zu teilen.

Der große Vorteil dabei: Facebook selbst gibt uns die Möglichkeit, Texte, Bilder, Infografiken, Videos und natürlich Kombinationen aus allen – bspw. Bild+Text – zu posten. So können wir unseren Content schön diversifizieren und unsere Follower mit abwechselnden Inhalten begeistern.

 

Instagram

 

Vor mehr als fünf Jahren wurde Instagram von Facebook aufgekauft. Seitdem ist Instagram zu einem der größten Social Media Kanäle überhaupt aufgestiegen. Nicht nur die sog. „Influencer“ haben seitdem die Plattform für sich entdeckt – auch Startups lernen die Plattform langsam lieben.

Best Practice. Bilder, Bilder, Bilder! Marketing für Startups geschieht auf Instagram hauptsächlich über Bilder. Selbstverständlich können auch diese mit entsprechenden Texten versehen werden. Und auch Videos könnt ihr auf Instagram posten. Allerdings haben diese eine Maximallänge von 60 Sekunden. Und selbst sog. „Stories“ sind mittlerweile mit Instagram möglich. Wie der Name schon verrät, könnt ihr hier mehrere Inhalte aneinanderreihen und eure Follower so bspw. mit durch euren Alltag nehmen.

Ein großes Plus, das für die Nutzung von Instagram spricht: Über sog. Hashtags könnt ihr die Reichweite eurer Posts überproportional erhöhen. Diese solltet ihr vor allem zu Beginn eurer Marketing-Aktivitäten ruhig vermehrt einsetzen. 8-18 Hashtags pro Post sind hierbei völlig ok.

Ein letzter Tipp: eure Bilder sollten zwar authentisch, aber trotzdem hochwertig sein. Sonst werden sie von der Community beim „umherscrollen“ auf Instagram, im schlimmsten Fall gar nicht wahrgenommen.

 

Twitter

 

Während die Plattform mit dem kleinen, blauen Vogel in Deutschland nicht die gleiche Anerkennung genießt wie bspw. in den USA, sollten die Plattform gerade Startups nicht von vornerein ausschließen – schließlich gibt es kaum eine Plattform, auf der man direkter mit den eigenen (potentiellen) Kunden kommunizieren kann.
Auf Twitter konnte man jahrelang nur 140 Zeichen pro Nachricht – auch „Tweet“ genannt – verschicken. Diese Limitierung wurde vor kurzem aber aufgehoben und so kann man sich nun auch hier mit längeren Texten „austoben“.

Best Practice. Startups und Unternehmen gleichermaßen unterschätzen oftmals den Aufwand, der mit einem Engagement auf Twitter auf einen zukommt. Wer „twittern“ möchte, sollte eines wissen: alle 2-3 Tage oder gar nur 1x die Woche einen „Tweet“ zu verfassen und dann auf Erfolge zu hoffen, wird nicht funktionieren!

Twitter ist ein „real time“ Portal und gleicht vom Aufbau her am ehesten einer „Cocktail Party“. Es geht darum, das eigene Angebot auf eine interessante Art und Weise in kleinen „Happen“ zu präsentieren, sich in Gespräche über ‚Tweets’ einzuklinken und die Konversationen gekonnt aufrecht zu erhalten.

3-8 Tweets pro Tag sollten die Untergrenze sein, wobei man die Aktivitäten am Wochenende oder bei besonderen Ereignissen durchaus hochfahren kann. Auch auf Twitter geht es weniger darum die Nutzer mit Kaufaufforderungen zu fluten, sondern eine Community bzw. Fangruppe, über eine fortlaufende Interaktion aufzubauen.

 

Snapchat

 

Snapchat machte schon früh in seiner Geschichte auf sich aufmerksam, als der Gründer und CEO Evan Spiegel ein milliardenschweres Kaufangebot von Facebook ablehnte. Zunächst von den meisten Unternehmen dieser Welt missverstanden und nur bei der Jugend wirklich beliebt, hat sich die App mit dem kleinen Geist zum echten Geheimtipp im Bereich Startup Marketing entwickelt.

Best Practice. Wer Instagram mit seinen Stories kennt, wird sich zunächst wundern. Denn auch bei Snapchat wird quasi nur mit der Story Funktion gearbeitet. Pikant: diese Funktion haben die Verantwortlichen bei Instagram kurzerhand übernommen.

Wer dem eigenen Startup bei Snapchat folgt, der erwartet: einen täglichen Blick hinter die Kulissen, Mehrwerte und Stories vom Team, die „normale“ Kunden nicht hören. Richtig eingesetzt habt ihr mit Snapchat die Möglichkeit, eine fast schon „intime“ Beziehung zu euren Fans aufzubauen und einen fortlaufenden Dialog mit ihnen zu führen. Eine mega Chance!

Aber Achtung: die Konkurrenz auf Snapchat ist groß und die Aufmerksamkeitsspanne der eigenen Community im Zweifel sehr klein! Heißt: um Snapchat effektiv als Marketingkanal zu nutzen, müsst ihr viel und oft mit eurer Community interagieren. Vor allem Abwechslungsreich sollte es sein. Und ab und zu, natürlich einen Lacher enthalten!

 

XING und LinkedIn

 

Die Liste mit Social Media Marketing Kanälen wäre nicht komplett ohne die Business-Netzwerke XING und LinkedIn. Die Betonung liegt auf „Business“. Hier weniger Wert auf Humor & Co. als auf werthaltigen Content und echtes „Netzwerken“ gelegt.

Best Practice. Die Chancen innerhalb dieser Netzwerke sind enorm! Hier sind viele andere Unternehmen und Startups unterwegs und suchen im besten Fall genau nach dem, was ihr zu bieten habt – und teilen euch das über ihre Profile mit.

Es bietet sich an, die eigenen Blog Posts innerhalb dieser Kanäle zu teilen, interessante Updates zu eurem Unternehmen zu geben und euer eigenes Netzwerk gekonnt mit interessanten Kontakten zu erweitern.

Der Fokus liegt dabei auf dem Mehrwert, den eure Inhalte kreieren. Schließlich gibt es auf den Plattformen genug Spam. Im Zweifel solltet ihr den „Snapshot“ vom letzten Team-Building Event, jenseits der 4 Bier Marke, also eher weglassen, als mit euren Kontakten teilen.

 

Mein Startup und Social Media Marketing…passt das?!

 

Abschließend sei gesagt: eine „one fits all“ Lösung gibt es im Fall von Social Media Marketing nicht – egal ob Startup oder DAX Konzern.

Denn genau wie sich auf jeder Plattform nur eine ganz bestimmte Zielgruppe bewegt, hat auch jedes Startup ein eigenes Produkt, mit einer einzigartigen Value Proposition und einer spezifischen Zielgruppe, an die es die eigenen Leistungen vermarkten möchte.

D.h.: nur wenn unsere Value Proposition steht und wir unsere Zielgruppe in Form einer Persona genau kennen, können wir die passenden Social Media Plattformen auswählen, um unser Produkt entsprechend zu vermarkten. Je genauer wir beides definieren, desto einfacher wird die Auswahl der passenden Kanäle innerhalb der sozialen Medien.

Richard Dihen

Gastbeitrag von Autor | Richard Dihen

Gründer der Social Media Marketing Agentur Di.Ri Social Media und leidenschaftlicher „Marketing Nerd“, der seinen Fokus auf Facebook Marketing, Facebook & Social Media Workshops und die Entwicklung von ganzheitlichen Social Media Marketing Strategien gelegt hat