How to pitch a VC

Die wichtigsten Dos und Don‘ts für deinen Investor:innen-Pitch

Die InnoWerft ist der Company Builder im Rhein-Neckar-Raum und darüber hinaus. Pro Jahr sieht das Team der innoWerft über 500 Pitches und unterstützt Startup-Gründer:innen auf dem Weg zur erfolgreichen Finanzierungsrunde. Einige dieser Pitches überzeugen auf ganzer Linie, doch bei vielen gibt es zahlreiche Verbesserungspotenziale. Was einen wirklich gelungenen Pitch ausmacht, teilen die Expert:innen der innoWerft in diesem Blogpost.

 

Der beste VC Pitch gewinnt, nicht das beste Startup

Gerade bei sehr jungen Startups sehen die Experten häufig, dass bei einem Contest das Team mit dem besten Pitch gewinnt und nicht das Team mit der besten Lösung. Vielleicht hast du eine innovative Technologie entwickelt? Zentral für ihren Erfolg ist es, dass du diese auch „verkaufen“ kannst. Andere Menschen zu überzeugen, ist kein leichtes Spiel. Gerade deshalb solltest du deinen Pitch besonders gut vorbereiten und planen. Du beschäftigst dich mit deinem Produkt fast den gesamten Tag. Investor:innen hingegen sehen zahlreiche Lösungen. Hilf ihnen mit einem guten Pitch, das Potenzial hinter deiner Idee zu erkennen und zu verstehen. Wenn dir dies gelingt, kommst du der erfolgreichen Finanzierung schon einen ganzen Schritt näher.

 

Die 10 wichtigsten Folien – So wird dein VC Pitch ein voller Erfolg

Im Grunde benötigt ein guter Pitch nur 10 Folien. Natürlich ist jede Story unterschiedlich und der eine Gründer benötigt mehr Folien und die andere Gründerin weniger. Wenn du diese 10 Folien nutzt, bist du in jedem Fall sehr nah daran, das Optimum zu erreichen. Diese Struktur stammt übrigens von Guy Kawasaki, der selbst ein erfolgreicher Investor ist (The 10/20/30 Rule of PowerPoint – Guy Kawasaki).

 

1. Titel

Die Titelfolie ist essenziell. Beachte hierbei, dass sie zwei Funktionen erfüllt: Einerseits soll die Titelfolie die zuhörenden Personen neugierig machen, andererseits enthält sie zentrale Informationen wie den Namen und das Logo des Unternehmens, den Namen der präsentierenden Person und Kontaktdaten wie E-Mail-Adresse oder Mobilfunknummer.

 

2. Problem

Auf dieser Folie solltest du eindrücklich das Problem schildern. Nur wenn Investor:innen verstehen, welche Painpoints bei einer bestimmten Zielgruppe vorliegen, können sie beurteilen, ob du dazu in der Lage bist, diese zu lösen. Vielleicht gibt es auch kein Problem und du hast einfach eine Möglichkeit gefunden, die Welt ein Stückchen besser zu machen? Dann findet auch diese Information auf der zweiten Folie ihren Platz.

 

3. Value Proposition

Auf der folgenden Folie solltest du deine eigene Lösung für das soeben geschilderte Problem präsentieren. Besonders wichtig ist hierbei, klarzumachen, weshalb genau du die passende Lösung hast. Was ist deine individuelle Value Proposition? Die Information über dein spezielles Alleinstellungsmerkmal ist für Investor:innen eine wichtige Information, um dich von anderen, ähnlichen Ideen zu unterscheiden.

 

4. Magic

Viele Gründer:innen lieben ihr Produkt. Diese Folie kannst du deshalb dazu nutzen, dein Produkt zu erläutern. Welche Technologie steckt dahinter? Vielleicht hast du auch ein konkretes Beispiel, wie beispielsweise einen Zeitvergleich zu bestehenden Lösungen oder ein eindrückliches Video? Visuelle Materialien sind hier der Schlüssel zum Erfolg und sollten dem Text deutlich überlegen sein. Beachte jedoch auch, dass du ausschließlich diese Folie zur Demonstration deines Produktes nutzen solltest. Häufig sehen die Expert:innen der InnoWerft Pitches, in welchen über fünf Minuten das Produkt präsentiert wird – das ist zu viel! Sicher bist du Expert:in für dein Produkt, doch es muss erkennbar sein, dass du auch den Markt und die Wettberwerbsunternehmen kennst und eine Strategie für den Vertriebserfolg präsentieren kannst. Dabei helfen die folgenden Folien im VC Pitch!

 

5. Business Model

Essenziell in einem VC Pitch ist das Business Model. Schließlich möchten Investor:innen das Geld, das sie heute in deine Idee investieren, am liebsten morgen zurück haben. Erkläre daher ausführlich, womit du Umsätze und schließlich auch Gewinne erzielst und weshalb Kund:innen zukünftig ihr Geld lieber zu dir als zu einem Wettbewerbsunternehmen bringen.

 

6. Go-to-market-Plan

Auf der folgenden Folie solltest du zudem eindringlich beschreiben, wie potenzielle Kund:innen auf dein Produkt aufmerksam werden. Welchen Beachhead-Market wählst du? (Selecting Your Beachhead Market – Leadership Institute For Entrepreneurs) Welche Aktivitäten planst du in den Bereichen Marketing und Vertrieb?

 

7. Wettbewerbsanalyse

Häufig unterschätzen Startup-Gründer:innen zudem eine gut recherchierte Wettbewerbsanalyse. Es ist nicht ausreichend, lediglich die Wettbewerbsunternehmen zu skizzieren. Vielmehr muss deutlich erkennbar sein, in welchen Bereichen Unterschiede herrschen und weshalb Kund:innen gerade dein Produkt einem Wettbewerbsprodukt vorziehen werden.

 

8. Management-Team

Auch das Team sollte in keinem Fall zu kurz kommen. Stelle dich und deine Mitstreiter:innen vor. Welche Fähigkeiten und bisherigen Erfolge machen euch zu dem perfekten Team, um die Idee umzusetzen? Wer bringt welche Fähigkeiten an welcher Stelle ein? Ein heterogenes Team, das unterschiedliche Stärken mitbringt, gilt bei Investor:innen als zentraler Faktor für den Erfolg von Startups.

 

9. Finanzplan und Kennzahlen

Essenziell für einen VC Pitch sind zudem ein schlüssiger Finanzplan und wichtige Kennzahlen. Diese helfen Investor:innen dabei, Schlüsse über den Reifegrad des Startups zu ziehen. Außerdem kannst du bisherige Analysen dazu nutzen, die Zukunftspotenziale deines Startups aufzuzeigen.

 

10. Heutiger Stand und Verwendung des Kapitals

Auf der letzten Folie solltest du konkret deinen „Ask“ darstellen. Wieviel Kapital benötigst du und wofür möchtest du es einsetzen? Wie ist der Stand heute und inwiefern kann sich dein Unternehmen mit dem gesuchten Kapital weiterentwickeln? Bedenke auch, dass du eine konkrete Call-to-Action an dein Gegenüber richten solltest.

 

Deine Pitch-Dramaturgie – The show must go on!

Dein Pitch beginnt mit einem spannenden Einstieg. Mach Deine Zuhörer neugierig, fessle ihre Aufmerksamkeit. Ein guter Start ist schon fast die halbe Miete.

Noch wichtiger ist das Ende: das macht Deinen Pitch „unvergesslich“ – auch, wenn nach Dir noch fünf Startups pitchen: daran erinnern sich Deine Zuhörer. Nimm sie mit auf Deine Reise, lade sie ein, mit Dir zusammen die Welt ein bisschen besser zu machen.

Zwischen einem sehr guten Einstieg und einem wirklich guten Ende baust Du Vertrauen auf: Schritt für Schritt, mit logischen, nachvollziehbaren Schritten. Mach es nicht zu kompliziert – das bringt Deine Zuhörer zum Nachdenken – und während sie denken, können sie Dir nicht zuhören.

In dieser Phase musst du unbedingt auf typische Fragestellungen eingehen, denn jede Frage, die aufkommt und nicht beantwortet wird, erzeugt Zweifel. Insbesondere wenn dir auffällt, dass Menschen häufig dieselbe Frage zu deinem Unternehmen stellen, musst du diese unbedingt in deinen Pitch aufnehmen.

Bedenke außerdem, dass Menschen nur eine sehr kurze Aufmerksamkeitsspanne haben. Häufig ist von maximal 18 Minuten die Rede. Die wichtigsten Argumente solltest du daher bei jeder Folie direkt zu Beginn darstellen. Wichtig für die Dramaturgie ist auch, dass du deinen Pitch flüssig rüberbringst. Ein guter Tipp hierfür ist es, die ersten drei Sätze deiner Präsentation auswendig zu lernen. Der sitzende Einstieg gibt dir ein Gefühl der Sicherheit, das sich auf dein folgendes Auftreten positiv auswirkt. Generell gilt das allseits bekannte Prinzip: Übung macht den Meister!

Fortgeschrittene sollten sich zudem ein Storytelling (Storytelling: Das Rezept für gute Geschichten – WELT) zu Nutze machen. Menschen lieben Geschichten und Investor:innen bilden hier keine Ausnahme, denn Geschichten steigern das Vorstellungsvermögen und wir können uns an Geschichten leicht erinnern – an eine Liste von Fakten leider nicht. Auch in Geschichten existiert häufig ein Problem, das es zu lösen gilt. Held:in der Geschichte bist übrigens du selbst mit deiner Lösung des Problems!

Du möchtest noch mehr Anregungen zur Pitch-Dramaturgie von einem erfolgreichen Investor? Schau dir unbedingt den TED-Talk von David Rose an! (David S. Rose: 10 things to know before you pitch a VC for – YouTube)

 

Investor:innen investieren in Menschen – Dein Auftreten führt zum Erfolg

Die Mehrzahl der Investor:innen investiert in Menschen, nicht in Produkte oder Unternehmen. Deshalb ist es zentral, dass du auf das Team nicht zu kurz eingehst. Erkläre Deinen Zuhörern, warum gerade du und dein Team diese Lösung zu einem (finanziellen) Erfolg machen können. Einerseits spielen hier Argumente, die für euch sprechen, eine große Rolle. Andererseits musst du mit deinem Auftreten überzeugen. Kannst du Investor:innen glaubhaft vermitteln, dass du das Produkt an den Mann oder die Frau bringen kannst? Bist du enthusiastisch? Zeigst du deine Leidenschaft, die dich jeden Morgen für dein Startup aufstehen lässt? Hast du eine Vision von deinem Startup? Wo stehst du heute und wo in ein paar Jahren? Und wie hoch ist dein Commitment? Baust du nebenher an fünf weiteren Unternehmen oder widmest du deine volle Aufmerksamkeit dieser einen Idee? Wer ist am Unternehmen als Gesellschafter:in beteiligt und deshalb besonders incentiviert? Für die meisten Investoren spielt Integrität eine besondere Rolle – sie vertrauen Euch eine Menge Geld an! Klare und vernünftige Argumente sowie ein angemessenes Auftreten stärken Dich, maßlose Übertreibungen oder Schlampereien schaden Dir.

 

Pitch Deck vs. Read Deck – Warum der Unterschied den Unterschied macht!

Dringend beachten solltest du den Unterschied zwischen einem Pitch Deck und einem Read Deck. Das Pitch Deck ist zur Präsentation gedacht. Es enthält im Regelfall zahlreiche visuelle Elemente und nur wenig Text. Wenn du das Deck im Anschluss an deinen Pitch an Investor:innen versenden wirst, sende ihnen unbedingt ein Read Deck. In diesem kannst du schriftlich auf alle Punkte eingehen. Dies sollte so ausführlich gestaltet sein, dass auch Personen, die deinen Pitch nicht gesehen haben, alles auf Anhieb verstehen und nachvollziehen können. Vielleicht enthält es auch Ausführungen, die du in der kurzen Zeit des Pitches nicht darstellen konntest? Doch auch hier solltest du dich in einem geeigneten Rahmen bewegen. Versetze dich in die Situation der Investor:innen: Sie sehen eine Vielzahl von Decks jeden Tag. Daher musst du mit deinen Unterlagen direkt überzeugen. Präsentiere eine gute, stringente Story und setze die wichtigsten Punkte an den Anfang oder in den Vordergrund der jeweiligen Folie!

 

Let’s pitch a VC!

Dein Pitch sitzt perfekt und du benötigst Feedback? Die Expert:innen der InnoWerft nehmen sich am sogenannten Pitch-Tu-Es-Day individuell für dich eine Stunde Zeit. Hier kannst du deinen Pitch in einer sicheren Umgebung präsentieren und erhältst wertvolles und wertschätzendes Feedback. Probier es gleich aus! Hier erhältst du alle weiteren Informationen. Das gesamte Team der InnoWerft wünscht dir viel Erfolg bei deinem gelungenen VC Pitch!


Inga-Marit Nölle

Business Development Managerin @innowerft


18 Tipps für erfolgreiches User Testing

User Testing – kein Problem: Fragen stellen kann doch jeder!

Das stimmt! Aber bekommt man auch die Antworten, die man als Startup braucht, um eine am Markt erfolgreiche Lösung zu entwickeln? Wem stellt man sinnvollerweise überhaupt Fragen? Welche Fragen sollte man stellen? Und wie formuliert man diese Fragen richtig?

In den verschiedenen JU-KNOW Trainingsmodulen zu User Testing, Interview & Moderation erfahren Startups alles was wichtig ist, um möglichst viel von zukünftigen Nutzern zu lernen. Dazu gehört auch, wie man mit zukünftigen Nutzern sinnvoll über Innovationen spricht, deren Verwendung diese sich aus heutiger Sicht noch nicht vorstellen können.

Die Anleitungen und Tipps können die Teilnehmer der Trainings sofort mit Business Schauspieler erproben und dabei hands-on verschiedene Gesprächstaktiken und unterschiedliche Tools kennen lernen. Mit Hilfe der Trainings werden Startups fit darin, mit zukünftigen Nutzern nicht nur über ihre Lösungen, sondern auch über Einstellungen, Motive, Entscheidungsfaktoren oder emotionale Aspekte zu sprechen und damit wertvolle Insights für die Entwicklung ihrer Innovationen zu gewinnen.

Im Folgenden haben wir die wichtigsten Basics aus dem Einsteigermodul unseres Programms zu einem DIY-Guide zusammengefasst – also all das, was es beim User Testing generell zu beachten gilt:

Vorbereitung des User Testing:

#01 obligatorisch: Gespräche vorbereiten

  • ‚Topic guide‘ mit einem ‚roten Faden‘ für die zu besprechenden Aspekte ausarbeiten (Stichwort ‚Trichtermodell‘:– mit allgemeineren Themen beginnen und im Gesprächsverlauf spezifischer / detaillierter werden)
  • für jedes Thema eine offene Einstiegsfrage formulieren

Tipp: nur die Einstiegsfrage ausformulieren – die anderen Punkte nur in Stichworten notieren, sodass die Fragen im Gespräch frei formuliert werden

  • Fragen nicht durchnummerieren, besser mit Bulletpoints arbeiten, um ein starres ‚Abspulen‘ der Fragen zu verhindern
  • wenn mehrere Personen die Gespräche führen: wichtige Hinweise oder Anleitungen an den entsprechenden Stellen notieren, damit eine einheitliche Gesprächsführung gewährleistet ist

#02 allen Interviewern die Leitlinie für das Gespräch klarmachen

  • Ziel ist, das ‚Big Picture‘ der zukünftigen Nutzer zu verstehen
  • deshalb: nicht von Beginn an über die Idee / die Lösung selbst sprechen – sondern den Fokus auf eben diese potenziellen Nutzer setzen, auf typische Situationen, in denen die Idee Anwendung finden könnte
  • unvoreingenommen vorgehen, den Bedarf nicht als gegeben voraussetzen, keine Suggestivfragen stellen

#03 optional: Testinterviews durchführen

  • Ziel: den Leitfaden kennen lernen, Sicherheit und Souveränität in der Gesprächsführung gewinnen
    • Fragen nicht vorlesen, besser frei sprechen
    • Reihenfolge der Fragen / Unterpunkte an den Gesprächsverlauf anpassen, nicht zwingend Punkt-für-Punkt ‚abarbeiten‘
    • wenn möglich mit einem Supervisor arbeiten
  • Ziel im Falle von mehreren Interviewern: sicherstellen, dass alle vergleichbar arbeiten

 

Das User Testing an sich

#1 auf keinen Fall pitchen – an keiner Stelle im Gespräch

  • sich nicht als Entwickler oder Experte für die Lösung vorstellen
  • die Idee nicht (ausführlich) erläutern oder erklären – dem zukünftigen Nutzer den Zugang selbst überlassen (auch wenn das manchmal schwer fällt)
  • neutral vorgehen, die eigene Begeisterung nicht zeigen – um skeptische oder kritische Anmerkungen nicht im Keim zu ersticken

#2 Einleitung und Spielregeln nicht vergessen

  • zu Beginn des Gesprächs informieren, worum es generell geht
  • darauf hinweisen, dass …
    • es keine ‚richtigen‘ oder ‚falschen‘ Antworten gibt, sondern alles interessiert, was dem Gesprächspartner in den Sinn kommt (Stichwort: wir wollen lernen)
    • positive und kritische Äußerungen sehr wichtig sind
    • die persönliche Meinung des Gesprächspartners zählt – nicht wie ‚andere‘ darüber denken
  • über ein ‚Warm up‘ Vertrauen aufbauen – ein ‚leichtes‘ Einstiegsthema wählen, das zum Gesamtthema passt

#3 ein offenes, entspanntes Gespräch führen.

  • nicht ‚Frage-Antwort-Ping-Pong‘ spielen
  • nicht (investigativer) Interviewer, sondern neugieriger Gesprächspartner sein

#4 mehr zuhören als selbst zu reden

  • Einstiegsfragen so formulieren, dass keine ja/nein-Antworten möglich sind und ‚flow‘ entstehen kann
  • Gesprächspausen zulassen, nicht sofort die nächste Frage platzieren
  • non-verbal Interesse signalisieren, um den ‚flow‘ zu halten (nicken, lächeln, Blickkontakt)
  • non-verbale Signale des Gegenübers beachten

#5 präzise fragen

  • kurze, prägnante Fragen stellen
  • keine Schachtelsätze formulieren

#6 eindeutig fragen

  • keine entweder – oder Fragen stellen
  • keine Suggestiv-Fragen stellen, die die Aufmerksamkeit bereits in eine bestimmte Richtung lenken

#7 keine Antworten vorgeben, keine eigene Meinung artikulieren

  • die Expertenrolle hat der Antwortgeber, nicht der Fragesteller
  • Meinungsvielfalt zulassen und selbst immer neutral bleiben

#8 auf die Gegenwart fokussieren

  • auch potenzielle Nutzer können die Zukunft nicht vorhersagen – aber sie können viel darüber sagen, was sie heute wie machen und ob das Erlebnis und Ergebnis für sie zufriedenstellend ist

#9 aus Konkretem lernen

  • nicht: ‚wo würdest du gerne Urlaub machen?‘
  • besser: ‚wenn du an deinen letzten Urlaub denkst – was waren die Highlights?‘

#10 nicht mit der ersten Antwort zufrieden sein

  • nach Gründen und Motiven, nach den Ursachen ‚hinter den Kulissen‘ fragen

#11 verstehen, warum etwas wichtig ist

  • dabei das direkte ‚warum?‘ sparsam einsetzen
  • besser den Kontext mit verschiedenen W-Fragen ausloten: wie, was, wann, wofür, wo, womit, weshalb, wieso, woher, wer / für wen

#12 verstehen, was wahr ist

  • den Mechanismus aushebeln, dass Menschen darüber sprechen, bestimmte Dinge zu tun oder tun zu wollen – ihre Realität aber oft anders aussieht
  • Bezugsrahmen vorgeben: z.B. statt ‚wie oft gehst du joggen?‘ besser: ‚wie oft warst du letzte Wochejoggen?‘

#13 nicht direkt nach der Zahlungsbereitschaft fragen

  • EURO Beträge können nur bedingt auf eine spätere Marktsituation übertragen werden – von einem Rückschluss auf spätere Kaufbereitschaft ist klar abzuraten
  • der Fokus auf die Wertigkeit des Ergebnisses, das der Nutzer durch die Anwendung der Lösung sieht, ist weit aussagekräftiger (Stichwort: erwarteter Vorteil)
  • Preisgestaltung sollte über dafür geeignete standardisierte Verfahren erarbeitet werden

#14 das Wettbewerberumfeld ‚über den Tellerrand‘ hinaus definieren

  • nicht nur das vorhandene oder erwartete Marktangebot einbeziehen
  • auch unkonventionelle ‚Work-Arounds‘ der potenziellen Nutzer identifizieren, die sie derzeit nutzen

#15 am Ende des Gesprächs: die Rollen tauschen

  • die Abschlussfrage(n) dem Gesprächspartner überlassen: gibt es aus Sicht des zukünftigen Nutzers etwas zu ergänzen, worüber man bisher nicht gesprochen hat?
  • Jetzt dürfen Fragen zur Lösung beantwortet, Erklärungen gegeben und die eigene Begeisterung mitgeteilt werden!

Last but not least:
#16 die richtigen Personen befragen

  • im ersten Schritt potenzielle Zielgruppen / Personas möglichst detailliert ausarbeiten
  • Gesprächspartner eher nicht im eigenen sozialen Umfeld suchen – hier ist ein Positiv-Bias wahrscheinlich
  • gegebenenfalls eine Rekrutierungsagentur beauftragen, die richtigen Zielpersonen zu finden
  • besser ‚Deep Dive‘ in einer / in wenigen potenziellen Zielgruppen als oberflächliche Informationen aus verschiedenen Zielgruppen einsammeln

#17 eine gute Gesamtatmosphäre schaffen

  • Freundlich sein
  • Aufmerksam sein
  • keine Ablenkung zulassen (Smartphone auf Flugmodus)
  • vorab Zeitrahmen verabreden – und auch einhalten
  • darauf achten, dass alle Fragen gestellt wurden – damit eine vergleichbare Analyse über alle Gespräche möglich ist

#18 Vertraulichkeit garantieren und Datenschutz einhalten

  • Gespräche ausschließlich anonymisiert auswerten
  • keine personenbezogenen Daten mit den Aussagen in Verbindung bringen
  • um hier alles richtig zu machen und Ärger zu vermeiden, am Besten entsprechende Quellen im Internet zurate ziehen

Je mehr Gespräche gemacht werden, desto empfehlenswerter ist es, die Gespräche aufzuzeichnen. Dafür ist das Einverständnis der Gesprächspartner erforderlich, das am besten bereits bei der Terminvereinbarung erfragt wird. Bei der Aufnahme darauf achten, dass keine personenbezogenen Informationen auf der Aufnahme zu hören sind. Alternativ kann eine zweite Person aus dem Startup Team ein Simultanprotokoll während des Gesprächs erstellen – oder der Interviewer verfasst ein Gedächtnisprotokoll.

Ursula Kloé

Gründerin und Managing Partner JU-KNOW GmbH Heidelberg, Market Research Consultant; New Mobility Enabler; Dozentin an der SRH Hochschule Heidelberg und an der Hochschule Mannheim / inno.space zu User Testing & Need Finding, Marketing & Vertrieb, Soft Skills, Design Thinking


Eine erfolgreiche Content Marketing Strategie entwickeln – so geht’s!

Bleibt das Thema „Content Marketing“ auch in 2021 eines der „Buzzwords“ überhaupt? Vermutlich! Und: ein Ende ist nicht wirklich in Sicht. Der Grund hierfür ist ebenso einfach wie inspirierend. Richtig umgesetzt kann das eigene Content Marketing nämlich zu einem effektiven Hilfsmittel werden, wenn es darum geht online fortlaufend Neukunden zu akquirieren – nämlich organisch!

Gerade das sollte für Startups doch Grund genug sein, um sich zumindest kurz mit der Marketingdisziplin zu beschäftigen. Vielleicht kann das Content Marketing ja mittel- bis langfristig nämlich sogar dazu führen, dass der Telefonhörer für das ungeliebte „Cold Calling“ gar nicht mehr in die Hand genommen werden muss.

Wie Content Marketing definiert werden kann, wie der Aufbau einer Strategie in der Praxis aussieht und vor allem wie diese Disziplin des Marketings effektiv in den eigenen Marketing-Mix integriert wird, möchten wir uns in diesem Beitrag näher anschauen.

 

Definition und Tipps zum Thema Content Marketing

Content Marketing hat mittlerweile unzählige Definitionen. Alle im Detail zu kennen ist dabei allerdings viel weniger wichtig, als die gemeinsamen Nenner aller Definitionen im Kern zu verstehen und auf das eigene Marketing umzumünzen.

Denn beim Content Marketing geht es im Kern darum, die Inhalte zu produzieren, die in Bezug auf die eigene Zielgruppe einen entsprechenden Mehrwert stiften. Selbstverständlich sollten die Inhalte im Zusammenhang zum eigenen Produkt bzw. zur eigenen Dienstleistung stehen. Die entsprechenden Inhalte werden so zu einem effektiven Teil der eigenen Kommunikationsstrategie, da sie das Interesse hinsichtlich der eigenen Produkte erhöhen und den potentiellen Kunden gekonnt von einer Stufe des „Sales-Funnels“ in den nächsten leiten.

Je nach Content-Form können im Regelfall entsprechend profitable Handlungen für das eigene Startup generiert werden. So zum Beispiel eine Kontaktaufnahme über ein Lead-Formular, die Vereinbarung eines Erstgesprächs oder gar ein direkter Kauf! Ob B2B oder B2C, ist in dem Fall egal. Lediglich die Inhalte müssen jeweils individuell an das jeweilige Produkt bzw. die jeweilige Zielgruppe angepasst und an den richtigen Stellen platziert werden. Schließlich kann die eigene Zielgruppe die Inhalte nur dann wirklich konsumieren.

 

Leitfragen, die es vor der Umsetzung einer Content Marketing Strategie zu beantworten gilt

Wen wollen wir mit unseren Inhalten eigentlich erreichen? Diese Frage gilt es vor der Umsetzung im Detail zu beantworten! Denn nur wer seine Zielgruppe im Detail kennt, kann diese auch effektiv mit entsprechendem Content erreichen. Für diesen ersten, wichtigen Schritt sollte man sich als Team in jedem Fall Zeit nehmen. Denn Datenpunkte wie Alter und Position der Zielgruppe kratzen hierbei nur an der Oberfläche.

Auf welchen Social Media Kanälen hält sich die Zielgruppe auf? Zu welchen Zeiten ist sie online? Auf welche Art und Weise konsumiert sie Inhalte am liebsten? Welche offenen Punkte behindern regelmäßig den Verkaufsprozess? Was muss jemand in jedem Fall wissen, damit er eine informierte Erstkontaktaufnahme durchführen kann? Und, und, und!

Dies sind nur einige Fragen, die dabei helfen können, die richtige Content Marketing Strategie zu definieren. Je tiefer und genauer die eigene Zielgruppe analysiert werden kann, desto passgenauer können auch entsprechende Inhalte für jene entwickelt werden. Selbstverständlich wird die ursprüngliche Strategie mit den Monaten entsprechend weiterentwickelt. Schließlich verändert sich auch die eigene Zielgruppe mit ihren entsprechenden Bedürfnissen.

 

Der Weg zur Entwicklung einer individuell zugeschnittenen Strategie

Stichwort „Strategie“: gerade beim Thema Content Marketing ist besonders wichtig nicht nach einer „one fits all“ Lösung zu suchen! Denn was richtig für das eine Startup ist, muss zwangsläufig nicht auch richtig für das eigene Team sein – selbst wenn das eigene Unternehmen ein ähnliches Produkt für eine vergleichbare Zielgruppe verkaufen möchte!

Denn in erfolgreiches Content Marketing fließen viele Faktoren ein, die ausschlaggebend für den späteren Erfolg sind. Einer dieser Faktoren ist es fortlaufend die Inhalte zu erstellen, die auf der einen Seite der eigenen Zielgruppe zusagen und auf der anderen Seite fortlaufend vom eigenen Team – oder von entsprechenden Dienstleistern – produziert werden können. Um selbst fortlaufend Inhalte zu produzieren, muss der jeweilige Content Freude bereiten und in die eigenen Stärken fallen. Für Content Produktion durch externe Dienstleister benötigt man entsprechend monatliches Budget.

Content kann viele Formen annehmen und dabei immer wirksam sein. Die einen versuchen lieber über Blog-Beiträge an die eigene Zielgruppe heranzutreten. Die anderen fühlen sich beim Produzieren von Videoinhalten wohler. Wichtig ist es die eigenen Stärken schnell zu finden und diese konsequent durchzuziehen. Denn wer die Strategie anderer kopiert, ohne dabei Spaß zu haben, der wird diese Strategie nicht nur nicht lange umsetzen, sondern damit wahrscheinlich auch keine Erfolge erzielen.

Das ganze Team gekonnt in das eigene Content Marketing involvieren

Nicht nur Marketer können effiziente Inhalte für das eigene Content Marketing Strategie produzieren. Das Schöne an dieser Disziplin ist es nämlich, dass im Regelfall das komplette Team in den Prozess integriert werden kann. Geteiltes Leid ist schließlich halbes Leid, nicht wahr?!

Keine Sorge! Das heißt natürlich nicht, dass bspw. auch jeder vor der Kamera stehen oder Blog-Beiträge schreiben muss! Allerdings ist man gut beraten Wege zu finden, um das Wissen des kompletten Teams zu extrahieren und zu entsprechend werthaltigen Inhalten für die eigene Zielgruppe zu verpacken. In welcher Form das geht, ist dabei von Team zu Team unterschiedlich.

Ist ein grober Weg hier erst einmal gefunden, so können sowohl der Ideenfindungs- als auch der Kreationsprozess systematisiert werden. So kann über die Monate das Maximum an Effizienz für das eigene Team herausgeholt werden. Außerdem nimmt die Thematik so wöchentlich nicht mehr Stunden ein, als ursprünglich auch dafür veranschlagt wurde.

Gerade zum Start der eigenen Ambitionen macht es Sinn ein groß angelegtes Brainstorming durchzuführen. Hierbei sollten nicht nur frische Ideen, sondern auch die wichtigsten Themen in Bezug auf das eigene Startup und dessen Angebot gesammelt werden. Anschließend können diese Ideen effektiv in passende Content-Formen gegossen und in einem Redaktionsplan fixiert werden. So wird der größte Feind des Content Marketings – nämlich die eigene „Ideenlosigkeit“ – von Beginn an erfolgreich ausgehebelt!

 

Eine gute Content Marketing Strategie ist so einzigartig wie das eigene Startup selbst!

Eine erfolgreiche Content Marketing Strategie lebt von vielen Faktoren. Dabei gilt es grundsätzlich auf die eigene Zielgruppe, die Stärken des eigenen Teams und vor allem auf Kontinuität zu fokussieren. Denn gerade erstklassige Rankings auf Google werden sich nicht über Nacht ergeben. Speziell hier gilt es dranzubleiben und den eigenen Blog fortlaufend mit hochwertigen Inhalten zu befüllen.

Auch wenn es auf den ersten Blick für viele nicht so erscheinen mag, lebt erfolgreiches Content Marketing nicht davon, dass regelmäßig extrem schwere Dinge gelöst und aufgearbeitet werden. Im Regelfall geht es nämlich vielmehr darum die einfachen und für jeden offensichtlichen Dinge besonders gut, auf einer langfristigen Basis umzusetzen. Dann treten auch die gewünschten Erfolge im Zusammenhang mit dem Content Marketing ein – und das Leben als Startup wird um ein Vielfaches angenehmer!

Richard Dihen

Gründer und Geschäftsführer der Social Media Agentur Di.Ri Social Media

In seinen Workshops hilft er Startups und KMUs dabei die richtigen Strategien
für das eigene Social Media Marketing zu definieren.


Wertschöpfung durch Digitalisierung in der Industrieproduktion

Digitalisierung in der Produktion mit aucobo und WITTENSTEIN

 Die WITTENSTEIN SE, ein renommierter Hersteller von mechatronischen Antriebssystemen, und das Stuttgarter Startup aucobo implementieren gemeinsam ein adaptives und flexibles Störungsmanagement-Tool für den Montagebereich. Es optimiert die Kommunikation auf dem Shopfloor und steigert dadurch die Gesamteffizienz der Produktion deutlich. 

 

Durch intelligentes Störungsmanagement zu mehr Effizienz in der Produktion  

Maschinenstörung am Band, Stillstand droht, und jetzt? Wer informiert wen, wer macht jetzt was, damit die Störung behoben wird? 

WITTENSTEIN hatte die Kommunikation bei Störungen auf dem Shopfloor als Herausforderung erkannt: Optimierung an dieser Stelle würde die Produktivität in der Montage deutlich steigern. Also initiierte das Unternehmen zunächst ein internes Pilotprojekt. Technische und organisatorische Maßnahmen sollten eine möglichst reibungslose Kommunikation auf dem Shopfloor sicherstellen. Der Mehrwert des Pilotprojektes überzeugte. Jetzt stellte sich allerdings die Frage nach der Skalierbarkeit. Und hier kam aucobo ins Spiel… 

Der Einsatz von aucobos intelligenter Shopfloor-Organisationslösung ermöglicht es WITTENSTEIN, die Kommunikation und die Prozesse in der Fertigung effizienter zu gestalten und die Produktivität zu steigern. Dank Geräteunabhängigkeit der aucobo-Software können die Fertigungsmitarbeiter Meldungen nun direkt und mobil an die richtigen Personen verschicken. Zusätzlich werden Daten erhoben, die als Grundlage für neue Optimierungsansätze dienen. Durch das digitale Störungsmanagement werden Störfaktoren schneller identifiziert und kommuniziert, Fehlerkosten und damit Herstellkosten werden reduziert. 

Mit dem aucobo System können Taktzeiten nahezu halbiert werden und die Gesamtanlageneffizienz (OEE) um bis zu einem Prozentpunkt gesteigert werden. 

 

5 Innovation Hacks von aucobo und WITTENSTEIN 

Dieses Projekt zeigt die enormen Potenziale, die die Zusammenarbeit von Industrieunternehmen und Startups bietet. Mit diesen 5 Innovation Hacks waren WITTENSTEIN und aucobo so erfolgreich. 

1. Brückenfunktionen schaffen

Mit dem Digitalization Center hat die WITTENSTEIN SE eine zentrale Schnittstelle zwischen allen Unternehmensbereichen geschaffen. Ein zentrales Digitalisierungsmanagement ermöglicht es, Projekte und Initiativen ideal zu begleiten und gleichzeitig das Big Picture nicht aus den Augen zu verlieren. 

2. Kurze Zyklen setzen

Möglichst kurze Zeiträume für Prototypen oder Teilprojekte wirken sich positiv auf die Motivation und Produktivität der Beteiligten. Durch das Setzen von Etappenzielen lassen sich zudem Fortschritte einfacher erkennen. Dennoch sollten Zeiträume immer realistisch gewählt werden. 

3. Kontinuierlich Feedback einholen

Bei der Umsetzung des Störungsmanagement-Tools standen die Produktionsmitarbeiter der WITTENSTEIN besonders im Fokus. Als Endanwender war ihre Akzeptanz erfolgsentscheidend für das Projekt. Die Lösung muss ihre Pain Points lösen und insbesondere einfach und gut anwendbar sein. Aus diesem Grund sollten die Endanwender stets von Anfang in den Digitalisierungsprozess miteinbezogen werden 

4. Offenheit bewahren

aucobos Software wurde ursprünglich für den Einsatz auf Smartwatches entwickelt. Bei dem Projekt mit WITTENSTEIN stellte sich jedoch heraus, dass der Einsatz eines Smartphones den Anwendern auf dem Shopfloor mehr Nutzen bringt. Es lohnt sich also, andere Lösungsmöglichkeiten immer Blick zu behalten. 

5. Erfolgsgeschichten erzählen

Die digitale Transformation ist ein weiter Weg und jedes erfolgreich abgeschlossene Projekt ist ein weiterer Schritt nach vorne. Die einzelnen Erfolge bieten Inspiration für weitere Projekte, motivieren die Mitarbeiter und erzeugen so in gewisser Weise ein Innovation Momentum. Das funktioniert allerdings nur, wenn man die Erfolgsgeschichten auch erzählt. Und wenn sich diese noch mit konkreten Zahlen untermauern lassen, dann umso besser! 

 

“Digitalisierung machen!” ist eine gemeinschaftliche Initiative von innoWerft und inno.space im Rahmen des digital hub kurpfalz@bw mit Unterstützung des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW). Im Rahmen der ersten Veranstaltung unterhielt sich unsere Business Development Managerin Maren Osterlitz mit Nicolas Walk, Projektmanager Smart Factory im Digitalization Center der WITTENSTEIN Group, und Michael Reutter, Co-Founder von aucobo, über erfolgreiche Digitalisierung in der Produktion.  

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Wenn Sie mehr über die Möglichkeiten von Innovationspartnerschaften von Industrieunternehmen und Startups lernen möchten, dann schreiben Sie uns unter digitalisierung.machen@innowerft.com. 


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Networking – Der Erfolgsfaktor für Gründer

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Laut dem Duden ist Networking das Knüpfen und Pflegen von Kontakten, die dem Austausch von Informationen und dem beruflichen Fortkommen dienen. Soweit so gut, dass Networking wichtig für die eigene Startup-Karriere ist, hören Gründer immer wieder. Dabei ist Networking mehr als ein abgedroschenes Buzzword. Es ist ein elementarer Bestandstandteil, um das eigene Business langfristig erfolgreich zu machen.

Eine Studie der Universität Toronto zeigt allerdings, dass Menschen sich beim Netzwerken schlecht fühlen. Das schlechte Gefühl entsteht vor allem dann, wenn sie dem Netzwerkpartner keinen sinnvollen Gegenwert bieten können. Netzwerke sind also erst dann richtig wirksam, wenn die Qualität der Beziehungen gleichwertig ist.

Und was heißt das nun für Gründer? Wer sich ein gutes Netzwerk aufbauen möchte, bittet nicht wahllos Menschen um Gefälligkeiten. Vielmehr ist er sich über seine Needs im Klaren und hat einen konkreten Plan. Er kennt den Zweck seines Netzwerks und ist bereit etwas in Vorleistung zu geben. Networking ist also nicht nur der Aufbau eines möglichst großen Netzwerks, sondern auch dessen Intensivierung und Pflege. Es ist ein ständiges Geben und Nehmen und das kann sogar Spaß machen. Tut es dies nicht, umgibt man sich schlichtweg mit den falschen Leuten.

3 gute Gründe für aktives Networking

  1. Niemand weiß alles.

Deswegen ist es richtig und wichtig von und mit Gleichgesinnten zu lernen. In jeder Stadt gibt es zahlreiche Startup-Events, oft sogar kostenlos. Ob in Form von Meetups oder Workshops, es gibt zahlreiche Möglichkeiten sich Wissen anzueignen. Neben persönlicher Weiterentwicklung und Weiterbildung lohnt sich die Event-Teilnahme für Socialising. Es geht darum die richtigen Mitstreiter zu finden. Ob Mitgründer, Kooperationspartner oder die ersten Mitarbeiter.

Dabei unterstützen wir dich natürlich auch bei uns in der innoWerft. Durch Coachings, Mentorings sowie unsere Up2B-Programme helfen wir dir, beim Ausbau deines Netzwerks.

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2. Gemeinsam statt einsam.

Gerade zu Beginn der Gründung kann der Arbeitsalltag ziemlich einsam erscheinen. Vor allem als Solo-Gründer, der noch auf der Suche nach passenden Teamkollegen ist. Noch dazu musst du dich parallel um Themen von Produktentwicklung bis hin zu Finanzen kümmern. Hier hilft das Arbeiten in sogenanntenn Co-Working Spaces. Hier bekommst du die Möglichkeit zum direkten Austausch mit Menschen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden. Intelligentes Beziehungsmanagement ist für Early Stage Startups Gold wert. Know-How Lücken können so über das eigene Netzwerk eingeholt und die Arbeitsbelastung auf mehreren kompetenten Schultern verteilt werden.

3. Neue Kontakte bringen neue Kunden.

Das eigene Netzwerk kann also durchaus als Akquise-Kanal genutzt werden. Damit ist nicht gemeint seinem Gegenüber plump das eigene Angebot anzupreisen. Dazu gehört etwas mehr Feingefühl. Es geht nicht darum aufdringlich zu sein oder sich ständig verkaufen zu müssen. Durch klug eingesetztes Know-How und das Teilen von Wissen, besteht die Chance sich als Experte zu präsentieren. So entstehen durch Weiterempfehlungen interessante neue Projekte. Laut einer IBM Studie werden 80 Prozent aller Aufträge über Empfehlungen vergeben. Nichts ist überzeugender als die gute alte Mundpropaganda.

7 Tipps, die Networking zum Erfolgserlebnis machen

Das nächste Event oder die nächste Weiterbildung steht an. Wer erfolgreich netzwerken möchte, sieht hier nicht nur die Möglichkeit den eigenen Horizont zu erweitern. Es ist die Chance interessante Menschen kennenzulernen und neue Kontakte zu knüpfen. Das A und O ist eine gründliche Vorbereitung. Messen und Kongresse bieten oft die Option die Teilnehmer im Vorfeld zu recherchieren. Es empfiehlt sich im Vorfeld Termine zu vereinbaren und gezielt Personen zu kontaktieren. Achte darauf, dass diese Personen dir einen Mehrwert bieten und du ihnen ebenfalls einen sinnvollen Gegenwert anbieten kannst.

Es ist eine Selbstverständlichkeit und doch kommt es immer wieder vor – Visitenkarten vergessen! Wer seine Kontaktdaten nicht weitergeben kann, hat bereits verloren, bevor das Networking richtig begonnen hat. Alternativen zu den üblichen Papierkärtchen gibt es bereits. Plattformen wie LinkedIn oder Xing bieten die Möglichkeit der Vernetzung über QR-Codes als digitale Visitenkarte. Virtuelle Netzwerke dienen als Ergänzung zu realen Netzwerken. Digitales Networking sollte nicht beliebig erfolgen. Die Präsenz in den gängigen beruflichen Online-Netzwerken setzt, wie auch im persönlichen Gespräch, sinnvollen Content voraus. Die Ziele sind dabei vielfältig, spielen letztendlich aber alle eine große Rolle in der Selbstvermarktung.

Wenn Interessen und Gesprächsthemen sich ähneln, fällt der Austausch mit Gleichgesinnten leicht. Auch wenn dabei eine gewisse Distanz zu hierarchisch vorgesetzten Personen wahrgenommen wird. Gerade diese haben aber häufig relevante Informationen oder können in bestimmten Situationen weiterhelfen. Beim Aufbau des eigenen Netzwerks sollte also darauf geachtet werden gerade Personen einzubinden, die Mentor-Qualitäten haben.

Oft unterschätzt werden die privaten Netzwerke von Friends & Family. Wertvolles Know-How liegt auch im persönlichen Umfeld und bleibt oft unentdeckt. Networking im privaten Umfeld hat zudem den entscheidenden Vorteil der Vertrauenswürdigkeit. Vertrauen muss nicht erst hart erarbeitet werden, sondern hat sich in der Regel bereits über Jahre aufgebaut.

Netzwerke basieren auf Vertrauen, Respekt, gegenseitiger Unterstützung und Ehrlichkeit. Es geht einzig und allein um Beziehungen zu Menschen. Daher ist umso wichtiger authentisch zu bleiben. Ein Mensch, der sich seinen Vorstellungen entsprechend verhält und für seine Prinzipien eintritt, wird als glaubwürdig wahrgenommen. Das gilt für alle Bereiche des Lebens und eben auch für das Networking. Es erscheint weniger sinnvoll in den angesagten Golfclub zu gehen, wenn man von dem Sport und dem Ambiente eigentlich nichts hält.

Die gute Nachricht, Netzwerken kann man lernen. Gerade wer ungern auf Menschengruppen zugeht, braucht eine eigene Strategie. Diese Strategie variiert genauso wie die eigene Persönlichkeit. Networking muss nicht als Einzelkämpfer geschehen. Gemeinsam mit einem Kollegen ist die Ansprache Fremder oft einfacher. Dabei hat diese Strategie den positiven Nebeneffekt, dass der Kollege einem Personen aus seinem eigenem Netzwerk vorstellen kann. Und vielleicht gehört der Kollege auch zu den Menschen die Networking genießen. So agiert er nicht nur als Türöffner, sondern auch als Vorbild, von dem das Zugehen auf Andere gelernt werden kann.

Das Ansprechen und Kennenlernen von neuen Menschen ist nur der erste Schritt. Der Kontakt muss ausgebaut und vertieft werden. Ein solides Netzwerk entsteht durch nachhaltige Kontakte, die gepflegt werden. Dabei gilt je mehr Zeit und Aufmerksamkeit in den neuen Kontakt investiert wird, desto intensiver wird die Beziehung.

Jetzt.de Redakteur Christian Helten bringt es auf den Punkt. “Nicht zu netzwerken ist fürs Berufsleben wie nie Zähne zu putzen fürs Liebesleben: selten erfolgreich”.

Du willst dein Netzwerk weiter ausbauen, aber dir fehlen noch die richtigen Kontakte?

Dann bist du bei uns genau richtig!

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Unser Up2B Breakthrough-Teilnehmer Matteo Mantovani im Interview

Up2B Breakthrough, ist das Frühphasen-Accelerator-Programm der drei Up2B-Partner Startup MannheimTechnologiepark Heidelberg und innoWerft Walldorf. Es adressiert B2B Hightech Start-ups in der (Pre-)Seed-Phase. Das diesjährige sechswöchige Intensivprogramm, vom 25. April bis 7. Juni 2019 in Walldorf, führte 11 teilnehmende internationale Startups von der Ideation- über die Konzeptphase bis hin zur Entwicklung eines validierungsfähigen Geschäftsmodells und Produktkonzepts.

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Wir haben uns mit einem Programmteilnehmer und Startup Gründer aus Italien unterhalten und ihm Fragen zum Startup Angebot der innoWerft und seiner Motivation ein Startup zu gründen gestellt.
Im folgenden Interview erfahrt ihr, was das Besondere an dem Up2B-Programm und der innoWerft ist!

Verrate uns doch bitte kurz wer du bist.

Hey, mein Name ist Matteo Mantovani und bin vor 45 Jahren in Cremona geboren und lebe nun in Mailand mit meiner Frau Giulia (Architektin) und unseren beiden Töchtern Matilde und Vittoria. Als CEO & Mitgründer der Fuzzy Factory habe ich einen biomedizintechnischen Magisterabschluss in Ingenieurwesen der Chirurgie, einem anderen in Gesundheitsökonomie und seit letztem Jahr einen Abschluss in HTA (Gesundheitstechnologiebewertung). Vor der Startup Gründung war ich zwanzig Jahre in der Funktion als Verkaufsbereichsleiter in der Vermarktung und dem Verkauf von medizinischen Geräten für Operationssäle und Intensivstationen tätig.

Warum gründest Du?

Als Kind habe ich viel Zeit mit meinen Großeltern und meinem Hund Tom auf dem Land verbracht. In diesen Jahren habe ich immer die Wunder der Natur beobachtet und gleichzeitig wollte ich etwas herstellen. Ich kann mit Sicherheit sagen, dass ich noch den Träumen dieser Zeit nachhänge. So haben mich immer zwei Dinge im Leben angezogen: Menschen, die in schlechteren Bedingungen und mit einfacherer Technologie leben als wir. Denn schließlich kann die heutige Technik viel dazu beitragen, um den Zustand der Menschen zu verbessern. Deshalb habe ich das Startup Fuzzy Factory gegründet und unser erstes Produkt entwickelt. Dabei war es nicht leicht einen sicheren Job zu verlassen und ein neues Abenteuer mit einem ungewissen Ausgang zu unternehmen.

 

Was genau macht Dein Startup und was ist das Besondere an deiner Geschäftsidee?

Wie oft hat man schon Schmerzen bemerkt oder neuen Schmerz empfunden. Anstatt eine Arzttermin zu vereinbaren wendet man sich an Dr. Google zur Selbstdiagnose. Mit unserem Startup helfen wir Medizinstudenten ihr Wissen über eigene Communities auszutauschen und dabei gleichzeitig zusätzliches Geld zu verdienen. Wir bieten Belohnungen pro Interaktion, und je mehr die Community den „Influencer “ anerkennt, desto mehr zusätzliches Geld kann verdient werden. Nach dieser ersten Phase erweitern wir das gleiche Modell als Marktplatz für Kliniken, Krankenschwestern, Patienten, Produktspezialisten im medizinischen Sektor, Sportler, Sportunternehmen, Nahrungsmittelunternehmen etc…

 

Wie sieht die Startup Landschaft in Italien vs. Deutschland aus?

Heute befinden sich Italien, wie auch viele andere europäische Länder, in einer Phase der Veränderung. Wir haben eine erhebliche Verzögerung gegenüber Deutschland erreicht, auch wenn wir im letzten Jahr eine beträchtliche Anzahl von Ideen und Initiativen generiert haben. Ich bin überzeugt, dass die „neue Generation“ im Süden von Italien in den kommenden Jahren Startups zu großen Erfolgen verhelfen. Dennoch glaube ich, dass es heute kein besseres Ökosystem in Europa heute gibt als das, das derzeitig in Deutschland zur Verfügung gestellt wird. Deutschland hat einen Wettbewerbsvorteil und einen Sinn für Arbeitsleistung an dem wir ein Beispiel nehmen müssen.

 

Wie bist du auf innoWerft und das 6-wöchige Up2B Programm Breaktrough (BT) aufmerksam geworden?

Als wir Fuzzy Factory gegründet haben, dachten wir sofort daran uns bei einem wichtigen Startup Accelerator zu bewerben, um aus der sogenannten italienischen Komfortzone herauszukommen. So lag es auf der Hand sich nach Deutschland und somit zur innoWerft zu orientieren. Wir haben vorab einige Programme, Testimonials und Profile aller Mentoren & Partner konsultiert und der Up2B Accelerator hat uns ganz klar überzeugt. Im Vorhinein haben wir sehr viel autodidaktisch ausprobiert und dabei viele Fehler gemacht. Als sich die Chance ergab sich für das Up2B Breakthrough Programm zu bewerben, haben wir nicht gezögert, denn wir waren bereit, die Segel in dieses Abenteuer mit der richtigen Stimmung und Einstellung zu setzen.

 

Hast du das Erlernte schon direkt in deinen Startup anwenden können bzw. erste Erkenntnisse bereits in deine Community/Netzwerk eingebracht?

Ja, das habe ich! Ich bin immer der Meinung gewesen, es sofort auszuprobieren, zu prüfen, zu fragen und sich in die Lage des Endverbrauchers zu versetzen, um so viele Erfahrungen wie möglich zu generieren!

Ab der ersten inhaltlichen Veranstaltung bei Breakthrough haben wir relevante Werkzeuge für unser Geschäftsmodell erhalten, aber vor allem haben wir gelernt, unsere Geschäftsidee mit den kritischen Augen zu betrachten. Umso wichtiger ist es, möglichst frühzeitig zu erkennen, welche Aufgaben man umsetzen muss, weil sie von zentraler Bedeutung sind. Es ist eine nicht alltägliche Übung, die enorme Anstrengung verlangt, um alle lebenswichtigen Bestandteile des Startups mit einander zu verbinden. Im Breakthrough Programm wird der größte Schwerpunkt auf die Erstellung des Business Modell Canvas und dessen Schlüsselfaktoren und somit der eigentlichen Geschäftsidee gelegt.

 

Was findest Du besonders gut am Breakthrough-Programm?

Ich habe sehr viel gelernt und das auch außerhalb der so genannten „Komfortzone“. Das anspruchsvolle sechswöchige Programm verlangt wirklich viel Schweiß und Energie. Die Tage vergehen sehr schnell und jedes Mal fühlt es sich so an, als müsste man bei null beginnen. Aber genau dafür sind wir als Teilnehmer hier – um sich die Programminhalte mit entsprechender Unterstützung eines kompetenten Ansprechpartners zu erarbeiten. Durch das B´reakthrough-Programm erhalten die Ideen eine klare Struktur. Hier gibt es eine perfekte Mischung von Kompetenz, Ernst, Professionalität und Respekt. Ich bin dem innoWerft Geschäftsführer Dr. Thomas Lindner, dem gesamten Up2B Team, sowie allen Mentoren dankbar, die mich dabei unterstützten.

 

Was ist dein take away aus Breakthrough?

Ich komme aus einer Kultur, die das Scheitern nicht zulässt. Dieses Programm hingegen gibt Raum für Fehler und zeigt gleichzeitig auf, wie diese in Zukunft als Chance gesehen werden können.

Ganz nach dem Motto: „Gib niemals auf!“
Und auch als im Endspurt plötzlich das Durchhaltevermögen und die Geduld nachließ, motivierte mich das Up2B Team! „Bleib dran, halte an deinem Ziel und Deiner Idee fest. Suche den Erfahrungsaustausch in Gesprächen. Persönliche Netzwerke sind extrem bedeutend und immer ausbaufähig. Interagiere mit potenziellen Endverbrauchern und verpasse nie die Gelegenheit, um dich mit Investoren zu treffen.“

 

Was sind die nächsten Schritte und wie konsequent möchtest du sie umsetzen?

Ich würde sehr gerne am Firecamp-Programm teilnehmen. Ich weiß, dass bei der hohen Konkurrenz die Auswahl nicht leicht sein wird. Dennoch verwenden wir unsere ganze Energie und Leidenschaft dieses Ziel zu erreichen. Wir als Startup benötigen diese Art von Unterstützung und das innoWerft Team sind die richtigen Mentoren für uns. Das ist jetzt auch unser Fokus: Gib dein Bestes!

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Würdest Du das Breakthrough-Programm und die innoWerft weiterempfehlen und wenn ja, warum?

Ja! Ich habe bereits angefangen, „meine Story“ in sozialen Netzwerken zu veröffentlichen, um sich über dieses exemplarisches professionelles und unterstützende Programm von Up2B auszutauschen. Hier erhält jeder wertvollen Tipps und Hinweise als Rüstzeug und die bestmögliche Vorbereitung auf dem Weg in eine erfolgreiche Selbständigkeit.

Du willst auch mit uns durchstarten?

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Der Up2B Accelerator wird organisiert von der innoWerft in WalldorfStartup Mannheim und dem Technologiepark Heidelberg.


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Der perfekte Pitch – Ein etwas anderer Leitfaden

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Willkommen zu einem etwas anderen Leitfaden und Blogbeitrag! Statt Euch mit oberlehrerhaften Ratschlägen zu überhäufen, möchte ich Euch heute ein paar Tipps mitgeben, wie Ihr Euren nächsten Pitch garantiert vermasselt. Ich dachte mir, das könnte unterhaltsamer ausfallen und am Ende genauso hilfreich sein. Vielleicht möchtet Ihr ja, wenn Euch mein Ansatz gefällt, in die Kommentare ein paar Eurer komplementären Erfahrungen schreiben?

Also, der Einstieg ist wichtig, wenn wir es richtig vergurken wollen. Bewährt haben sich Ansagen wie „Wir sind das Google der …“ oder das „Facebook der …-Branche“. Da rollen schon mal die Augen von 75% aller Investoren nach oben. Dieser überaus wenig bescheidene Einstieg schafft eine gute Basis für weitere Frustration im Publikum.

Ich muss hoffentlich nicht betonen, dass wir Blickkontakt mit dem Publikum meiden, leise und schnell nuscheln und auf die Folien möglichst viel Text in einer Serifen-Schrift (Times Roman hat sich bewährt) mit maximal 12pt machen. Mit reichlich Text und Detail auf der Slide stellen wir sicher, dass niemand unseren kümmerlichen Sätzen zuhört und unser Publikum durchwegs mit Lesen beschäftigt ist.

STELLE DEIN PRODUKT UNBEDINGT TECHNISCH DAR

Nach unserem grandiosen Einstieg stellen wir unser Startup so vor, dass wir das Produkt möglichst technisch darstellen. Wir vermeiden jede Aussage zum Nutzen oder Wert für den Kunden und konzentrieren uns ganz auf die einzelnen technischen Komponenten der Lösung, die keinen interessieren (außer uns), auf die wir aber angemessen stolz sind und für deren systematische Auswahl wir bewundert werden möchten. 75% der Investoren schlafen jetzt. Die anderen sind harte Nüsse und werden Zug um Zug eliminiert.

Bei der Frage des Markts für unsere Lösung bieten sich zwei bewährte Strategien an: entweder ignorieren wir diese Frage ganz (das ist ein guter Investor gewöhnt), oder wir arbeiten mit dem Muster „Riesige Zahl multipliziert mit winzigem Anteil = absurde aber ausreichende Kundenzahl“. Also z. B. bieten wir etwas an, was jeder Bürger Deutschlands braucht (Markt = 80 Mio.) und wovon wir in unserer grenzenlosen Demut nur defensive 0,1 Promille Marktanteil für unsere Planungen annehmen. Das ergibt dann 8.000 Kunden im ersten Quartal – wer könnte daran zweifeln? Eine gute Basis für künftiges Wachstum. Und irgendwann internationalisieren wir dann.

NUTZE DAS INVESTMENT UM DEIN PRODUKT WEITER ZU ENTWICKELN

Die gewünschte Investition unserer Kapitalgeber verwenden wir selbstredend zu 90% für die Weiterentwicklung unseres Produkts. Marketing und Vertrieb erfordern ja faktisch kein Kapital, außerdem ist im Gründerteam ohnehin niemand bereit, mit Kunden zu sprechen. Vertrieb – ja, da wird man irgendwann jemanden einstellen müssen. Womit wir beim Team sind: hier bieten sich schlechte, uneinheitliche Fotos mit geringer Auflösung an, die schlecht rasierte und offenbar auch schlecht gelaunte Männer zeigen. Der Investor will ja auch vor allem deren akademische Abschlüsse bewundern, die Frage, warum gerade dieses Team das ist, dass die oben dargestellte Idee zu einem kommerziellen Erfolg führt, kann man ja später notfalls im bilateralen Gespräch klären.

Natürlich flechten wir Zahlen in unseren Pitch ein, wir sind ja analytisch und ingenieurwissenschaftlich gut aufgestellt. Viele Zahlen helfen immer, und auch Beträge in Euro sollten, gerade wenn sie oberhalb von 1 Mio. verlaufen, mit mindestens zwei Nachkommastellen angegeben werden. Sonst wird es unnötig übersichtlich. Ah, und wir verteilen die Zahlen auf verschiedene Folien und achten auf feine Inkonsistenzen. Das stärkt das Vertrauen, selbst wenn wir diese Inkonsistenzen auf Nachfrage souverän auflösen können. Wir achten darauf, dass wir alle wichtigen Begriffe wie ROI, Break Even usw. verwenden und verwechseln sie im Idealfall flüssig.

DAS ENDE DES PITCHES – UM WAS GING ES NOCHMAL?

Das Ende des Pitches sollte nicht der Höhepunkt sein. Vielleicht wiederholen wir die wichtigsten Learnings (apropos: jeder Anglizismus ist gut!) und lassen die Spannungskurve langsam auf Null ausschleichen, bis wir am Ende selbst nicht mehr wissen, was wir noch sagen sollen und mit der Botschaft „Sorry, dass ich da war…“ von der Bühne schleichen. Natürlich haben wir die Zeit überzogen! Aber unser geniales Produkt kann man nicht in dieser kurzen Zeit erklären.

Jetzt sollten wir es zuverlässig verkackt haben. Den Umstand, dass sich keiner für eine Investition interessiert, können wir leicht erklären. An uns liegt es nicht, man hat uns einfach nicht verstanden. Blöd halt, dass die reichen Säcke alle keine Ahnung von unserer Materie haben.

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Beitrag von Thomas Lindner

Geschäftsführer der innoWerft


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Bücher für Gründer

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LITERATURTIPPS FÜR DEINEN WEG ZUM ERFOLGREICHEN STARTUP

Literaturtipps und Bücher für Gründer finden sich im Internet wie Sand am Meer. Doch unsere Liste ist anders: wir stellen euch nicht nur Bücher vor, die euch mit Hard Skills und Methoden füttern. Unsere Literaturtipps gehen weiter und greifen auch deine persönliche Entwicklung auf. Denn wenn du als Gründer nicht mehr funktionierst, wird auch dein Startup ins Stocken geraten.

So hat unsere Crew eine Liste mit Büchern für Gründer zusammengestellt, die alle Lebensbereiche aufgreift. Die Liste wird von uns immer wieder angepasst und ergänzt, so dass du stets die wichtigsten Bücher im Überblick hast.

Wir wünschen dir viel Spaß beim Lesen – egal ob in guter, alter Papierform oder digital.

BÜCHER FÜR GRÜNDER NR. 1:

HOW COOL BRANDS STAY HOT

“Das Buch von Joeri Van Den Bergh und Matthias Behrer gibt einen tiefen Einblick in die Generation Y. Sie gilt als die werbe kritische Generation. Dieses Buch zeigt, was diese Generation antreibt und wie man sie als Unternehmen ernsthaft erreichen kann.”

Ein Literaturtipp von unserem Kommandeur Daniel

Joeri Van Den Bergh, Matthias Behrer (2013): “How Cool Brands Stay Hot: Branding to Generation Y”. Kogan Page. 288 Seiten. Sprache: Englisch

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BÜCHER FÜR GRÜNDER NR. 2:

THE 4-HOUR WORK WEEK

“Produktiv sein macht Spaß und wird belohnt! Geschrieben sowohl für Unternehmer als auch für Angestellte.”

Ein Literaturtipp von unserer Matrosin Elisabeth

Timothy Ferriss (2011): “The 4-Hour Work Week: Escape the 9-5, Live Anywhere and Join the New Rich”. Vermilion. 416 Seiten. Sprache: Englisch

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BÜCHER FÜR GRÜNDER NR. 3:

SCHNELLES DENKEN, LANGSAMES DENKEN

“Wie treffen wir unsere Entscheidungen? Warum ist Zögern ein überlebensnotwendiger Reflex? Und warum ist es so schwer zu wissen, was uns in der Zukunft glücklich macht? Diese und weitere Fragen beantwortet Daniel Kahnemann in seinem Buch. Lesenswert!”

Ein Literaturtipp von unserem Bootsmann Stephan

Daniel Kahnemann (2016): “Schnelles Denken, langsames Denken”. Penguin Verlag. 624 Seiten. Sprache: Deutsch

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BÜCHER FÜR GRÜNDER NR. 4:

FÜHREN, LEISTEN, LEBEN

“Fredmund Malik bietet mit seinem Buch den wohl umfangreichsten Management-Toolkasten. DAS Buch zum Thema Management.”

Ein Literaturtipp von unserem Matrosen Matthias

Fredmund Malik (2014): “Führen Leisten Leben: Wirksames Management für eine neue Welt”. Campus Verlag. 442 Seiten. Sprache: Deutsch

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BÜCHER FÜR GRÜNDER NR. 5:

BORN FOR THIS

“Du bist im Alltag gefangen? Fühlst Dich in Deinem Job nicht richtig wohl? Born for this zeigt auf ehrliche und witzige Art, dass Du damit nicht alleine bist. Und vor allem: Wie Du das findest, was Du wirklich kannst!”

Ein Literaturtipp von unserer Matrosin Sina

Chris Guillebeau (2016): “Born for This: How to Find the Work You Were Meant to Do”. Crown Business. 320 Seiten. Sprache: Englisch

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BÜCHER FÜR GRÜNDER NR. 6:

START WITH WHY

„Menschen kaufen nicht was Sie tun, sondern warum Sie es tun“. Am Beginn einer jeden Erfolgsgeschichte steht eine einfache Frage: Warum? Warum sind manche Menschen und Unternehmen innovativer und erfolgreicher als andere? Das Buch von Simon Sineks hilft Menschen und Organisationen dabei ihre Mission zu finden.”

Ein Literaturtipp von unserer Segelmacherin Maren

Simon Sineks (2011): “Start with Why: How Great Leaders Inspire Everyone to Take Action”. Portfolio. 256 Seiten. Sprache: Englisch

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BÜCHER FÜR GRÜNDER NR. 7:

SO ZÄHMEN SIE IHREN INNEREN SCHWEINEHUND

„Ein hilfreicher Ratgeber mit wertvollen Tipps, um den eigenen Schweinehund zu zähmen. Sehr humorvoll und gut verständlich geschrieben. Lesenswert!”

Ein Literaturtipp von unserem Kapitän Thomas

Marco von Münchhausen (2005): “So zähmen Sie Ihren inneren Schweinehund: Vom ärgsten Feind zum besten Freund”. Campus Verlag. 240 Seiten. Sprache: Deutsch

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BÜCHER FÜR GRÜNDER NR. 8:

STARTUP NAVIGATOR

Geschäftsideen gibt es wie Sand am Meer. Oft zerbröseln diese aber, wenn man sie an den Markt bringt und sie sich schlicht nicht rechnen. Was unterscheidet aber gute von schlechten Ideen? Erfolgreiche Startups sind keine Magie! Jeder kann mit dem Startup Navigator lernen, wie man erste Konzepte erfolgreich in die Tat umsetzt.”

Ein Literaturtipp von unserem Bootsmann Stephan

Dietmar Grichnik et al (2018): “Startup Navigator: Das Handbuch”. Frankfurter Allgemeine Buch. 284 Seiten. Sprache: Deutsch

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BÜCHER FÜR GRÜNDER NR. 9:

FROM SCIENCE TO STARTUP

„Jeder der versucht Unternehmer zu werden, sollte dieses Buch gelesen haben. Der Autor Anil Sethi hat viel Erfahrung und er zögert nicht, diese in seinem Buch weiterzugeben.

Ein Literaturtipp von unserem Steuermann Peter

Anil Sethi (2018): “From Science to Startup: The Inside Track of Technology Entrepreneurship”. Copernicus. 256 Seiten. Sprache: Englisch

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BÜCHER FÜR GRÜNDER NR. 10:

DER GLÜCKS-FAKTOR

Martin E. P. Seligman ist einer der Begründer der Positiven Psychologie. Er erläutert sehr anschaulich und fesselnd, was jeder Einzelne tun kann, um das ihm mitgegebene Glückspotential für sich auszuschöpfen. Eine lohnende Lektüre für alle, die ihre verborgenen Schätze heben möchten!

Ein Literaturtipp von unserem Kapitän Thomas

Martin E.P. Seligman (2018): “Der Glücks-Faktor: Warum Optimisten länger leben”. Bastei Lübbe. 480 Seiten. Sprache: Deutsch

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Bücher für Gründer


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Wettbewerbsanalyse – Leitfaden für Dein Startup

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„WETTBEWERBSANALYSE? BRAUCHEN WIR NICHT!“

Solche oder ähnliche Sätze höre ich in meiner Arbeit als Startup Coach häufiger. Im Pitchdeck von Startups in der frühen Phase fällt auf, dass vor allem der Bereich Wettbewerbsanalyse entweder gänzlich fehlt oder wenig durchdacht gestaltet wurde.

Allerdings ist die Wettbewerbs-Slide in jeder Pitchdeck-Vorlage eben ein Standard-Bestandteil. Häufig findet man hier eine Matrix mit 2-5 Wettbewerbern. Diese werden anhand von verschiedenen Eigenschaften mit dem eigenen Startup verglichen (siehe Beispiel-Graphik). Grundsätzlich ist an dieser (oder anderen) Darstellung per se nichts auszusetzen. Wenn die Vergleichsachsen oder -kategorien auf Basis einer validen Analyse herausgearbeitet wurden.

Typische Darstellung einer Wettbewerbsanalyse in einem Pitchdeck

Wenn man als Startup Coach dazu allerdings Nachfragen stellt, erntet man häufig fragende Blicke. Völliges Unverständnis oder sogar eine leichte Empörung. Denn schließlich „sind wir die einzigen, die das (so) machen“. Und „Konkurrenz gibt es in diesem (neuen/ innovativen/ einzigartigen) Bereich einfach nicht“.

DIE MEHRWERTE DER WETTBEWERBSANALYSE FÜR DEIN STARTUP

Es ist nachvollziehbar, warum man als Gründer nicht erpicht darauf ist herauszufinden, dass man in manchen Bereichen als gleichwertig oder sogar schlechter als andere Angebote am Markt empfunden wird. Genau das herauszufinden ist aber essentiell.

Denn selbst um einen Blauen Ozean[1] zu erschließen und der Konkurrenz auszuweichen, ist es zunächst notwendig die aktuellen Dynamiken, Standards und Regeln des Wettbewerbs zu verstehen, um eine fundierte Entscheidung darüber zu treffen, was man als Gründer anders machen möchte. Und trotz Weisheiten wie „Obsess Over Your Customers, Not Your Rivals“ [2] ist doch ein Grundverständnis darüber, wer die Konkurrenz eigentlich ist und wie man sich von ihr abgrenzt, notwendig für das eigene Selbstverständnis, die Kommunikation mit Stakeholdern und verschiedenste strategische Entscheidungen.

Dabei können eine gute Wettbewerbsanalyse und damit einhergehende Positionierung für Startups besondere Mehrwerte bieten, auch über den allgemeinen Hinweis hinaus, dass jedwede Art von Entscheidung grundsätzlich besser getroffen werden kann, wenn ihr handfeste Informationen zu Grunde liegen. Darunter befinden sich:

  • Aufbau eines Verständnisses für das Wettbewerbsumfeld,
  • Inspiration (abgucken ist erlaubt und auch die Fehler anderer zu vermeiden),
  • Gesprächsgrundlage für Investoren (klare Positionierung am Markt und ein gutes Verständnis von Wettbewerbern und Konkurrenten beeindrucken bei jedem Pitch),
  • Entwicklung stärkerer, wettbewerbsfähigerer Geschäftsmodelle durch eine Überprüfung der Machbarkeiten. Zum Beispiel im Bereich Preisgestaltung und Erlösmodell,
  • Gesprächsgrundlage für Kunden (man sollte immer die Vor- und Nachteile von anderen Angeboten verfügbar haben),
  • Unterstützung bei der Suche nach potentiellen Partnern und Kooperationen (denn manche Unternehmen, die zunächst als Konkurrenten identifiziert werden, bieten sich unter Umständen auch als Partner an).

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DAS VORGEHEN

AUSGANGSPUNKT, ZIELE UND VORGEHEN DEFINIEREN

Grundsätzlich muss der Zweck definiert werden, mit dem man an die Wettbewerbsanalyse herantritt. Beispielsweise die allgemeine Positionierung oder die Überprüfung des (oder Teilen des) Geschäftsmodells, wie beispielsweise des Preismodells. Weiterhin sollten die Rahmenbedingungen und der Ausgangspunkt der Analyse festgelegt werden. Zum Beispiel: wer ist verantwortlich für die Durchführung? Wo werden Informationen gesammelt? von welchem Marktproblem, Kundensegment und Lösung gehe ich derzeit aus? Dies kann sich durch Pivots durchaus ändern. Und verändert somit auch die Konkurrenzlandschaft, in der sich das Startup befindet.

WETTBEWERBER UND KONKURRENTEN FINDEN

Ein nächster wichtiger Schritt ist die Identifizierung von Wettbewerbern. Denn keine Konkurrenz gibt es nicht. Sollte man als Gründer das Gefühl haben ohne Konkurrenz zu sein, gilt es sich ehrlich zu hinterfragen, ob es für das angebotene Produkt eine Nachfrage gibt oder geben kann. Verschiedene Gedankengänge können bei der Identifizierung helfen. Der wichtigste Wettbewerber ist der Status Quo des Kunden, das heißt „wie löst er das Problem heute“. Aber auch wofür gibt der Kunde sonst sein Geld aus oder wie verbringt er sonst seine Zeit? Welche Firmen befinden sich in derselben Industrie? Nutzen sie dieselben Distributionskanäle? Haben sie dieselbe Kundengruppe oder nutzen dieselbe Technologie? Auch interessant ist, wer potentiell ein Konkurrent werden könnte. Oder welches Unternehmen schon mal probiert hat, eine ähnliche Lösung auf den Markt zu bringen und daran gescheitert ist (und warum)?

INFORMATIONEN SAMMELN

Zu den identifizierten Wettbewerbern und Konkurrenten müssen Informationen gesammelt werden. Achtung: diese Liste ist vermutlich nie vollständig und muss immer wieder aktualisiert werden. Eine Datenbank anzulegen ist sinnvoll, um später wieder darauf zurückgreifen zu können. Jedes Startup muss darüber nachdenken, wie es Informationen zu den einzelnen Wettbewerbern sammelt: eine Internetrecherche ist zwar schnell und liefert sicherlich einige erste Informationen, wie Größe, Alter, Kapitalgeber, Kundensegment und Value Proposition, allerdings sind die Erkenntnisse, die man aus Interviews mit Kunden oder (Mitarbeitern) der Konkurrenz gewinnt aufwendiger zu erlangen, aber deutlich wertvoller. Grundsätzlich sollten Informationen zu allen Geschäftsmodellkomponenten des Wettbewerbers gesammelt werden.

INFORMATIONEN ANALYSIEREN

Das Teilen und Diskutieren der erlangten Informationen ist hilfreich, um Erkenntnisse daraus abzuleiten. Die Analyse der Informationen soll dazu führen einen Überblick über das Wettbewerbsumfeld zu erlangen. Außerdem um bestehende Standards, Trends und kritische Erfolgsfaktoren zu erkennen. Wichtig ist hierbei ein offenes Mindset zu behalten. Wie eine reine Bestätigung von bereits vorherrschenden Meinungen zu vermeiden. Sowie auch eventuell neue Möglichkeiten zu erkennen.

EIGENE MARKTPOSITIONIERUNG ENTWICKELN

Aufbauend auf der Analyse kann das eigene Produkt und das Startup positioniert und abgegrenzt werden. Eine Positionierung muss klar und eindeutig sein. Ob dies im Einzelfall gelungen ist, sollte mit Investoren, Industrieexperten und/ oder natürlich dem Kunden überprüft werden. Die Unterscheidungsmerkmale müssen bewusst gewählt werden. Diese sollten:

  • Vom Kunden wahrgenommen werden
  • Wichtig aus Sicht des Kunden sein, und
  • Nicht leicht nachzuahmen sein.

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FAZIT

Die Wettbewerbsanalyse ist eine ungeliebte Aufgabe in Startups. Denn es ist erheblicher Aufwand notwendig. Sie muss sorgfältig durchgeführt werden um aussagekräftige Ergebnisse zu erzielen. Richtig angewandt kann die Wettbewerbsanalyse für dein Startup zu einem nützlichen Tool werden. Durch das man Ideen generiert, Wettbewerbsvorteile erkennt und Investoren überzeugt. Mit anderen Worten ein wichtiger Baustein zum Erfolg!

Gastbeitrag von Nadja Hatzijordanou

Teamleiterin und Hauptansprechpartnerin der E-School

Hasso-Plattner-Institut für Digital Engineering gGmbH


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Die besten Tools für Startups und Gründer

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Bei Startups und Gründern sind zwei Dinge meist sehr knapp: Zeit und Geld. Doch zum Glück gibt es immer mehr Apps und Programme, die Startups zum Teil sogar zum 0-Tarif das Leben erleichtern.
Wir haben dir eine Liste unserer besten Tools für Startups und Gründer zusammengestellt.

BUSINESSPLANUNG:

FÜR-GRÜNDER:

Wenn du mit deiner Geschäftsidee noch relativ am Anfang stehst, brauchst du vor allem einen Plan. Dabei hilft dir die Seite www.fuer-gruender.de weiter. Dort findest du eine kostenlose Businessplan-Vorlage. Mit der Vorlage lässt sich dein Businessplan Stück für Stück erstellen und das ohne etwas Wichtiges zu vergessen. Wenn du auf der Suche nach Know-how für Gründer und Startups bist, schau dich doch mal auf unserem Blog um. Dort erwarten dich viele spannende Beiträge, die für dich und dein Startup relevant sind

PROJEKTMANAGEMENT:

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WUNDERLIST:

Wunderlist ist viel mehr als eine App mit der du nur To-Do-Listen abarbeiten kannst. Mit der App lassen sich beispielsweise auch kleinere Projekte gut koordinieren. Und natürlich wird auch kein wichtiges To-Do mehr vergessen.

ASANA:

Asana ist ein Tool, mit dem du auch größere Projekte problemlos organisieren kannst. Das Beste daran? Die App inklusive aller Zusatzfunktionen ist bis zu einer Teamgröße von 15 Leuten kostenlos.

MEISTERTASK:

Das wohl umfangreichste und eines der besten Tools für Startups um Projekte, Prozesse und To-Do’s zu koordinieren. Außerdem lassen sich viele weitere Apps mit einbinden. Somit ist die Software ein echter Allrounder für die Organisation deines Unternehmens.

MEDIENGESTALTUNG:

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CANVA:

Canva ist ein plattformunabhängiges Grafiktool. Es hilft dir bei der Erstellung von Infografiken, Flyern, Social-Media-Inhalte und vielem mehr. Dabei ist es extrem einfach zu handhaben und somit auch für Anfänger im Grafikbereich sehr zu empfehlen.

GIMP:

Die Grafiksoftware Gimp ist bereits ein altbekannter Player am Markt. Das Tool ist auf die semi-professionelle Erstellung und Bearbeitung von Grafiken ausgelegt. Somit sind beispielsweise auch Vektorgrafiken kein Problem für die Freeware.

WINDOWS MOVIE MAKERAPPLE IMOVIE:

Bewegtbildinhalte erfreuen sich einer immer größeren Beliebtheit. Mit den Programmen “Windows Movie Maker” bzw. “Apple iMovie” hast du die Möglichkeit, dich kostenlos im Filmschnitt auszuprobieren. Und mit ein bisschen Übung lassen sich auch wirklich beeindruckende Videos erstellen.

KOMMUNIKATION:

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DOODLE:

Gemeinsame Termine finden leicht gemacht! Mit Doodle lassen sich Kundentermine, Teammeetings, Veranstaltungen und vieles mehr ganz einfach terminieren. Für uns eines der besten Tools für Startups und Gründer.

SLACK:

Slack ist ein Tool mit dem du eins zu eins aber auch in Gruppen kommunizieren kannst. Außerdem kannst du weitere Apps, wie zum Beispiel Dropbox direkt mit integrieren. Einfach Bekannte oder Kunden einladen und los geht’s.

MARKETING:

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MAILCHIMP:

Mailchimp ist das Tool schlechthin, wenn du E-Mail-Marketing betreiben möchtest. Die Software ist unglaublich hilfreich für den gesamten Newsletter-Prozess. Vom kreativen Erstellen, über eine zielgruppenorientierte Verteilung bis hin zur anschließenden Datenanalyse. Es zählt zu den besten Tools für Startups im Marketing.

SOCIAL MEDIA:

Natürlich dürfen heutzutage verschiedene Social-Media-Plattformen in deinem Marketingkonzept nicht mehr fehlen. Egal ob FacebookInstagram oder LinkedIn. Du willst wissen, welche Kanäle für dein Business passen? Dann schau doch mal auf unserem Blogbeitrag zum Thema “Startup Marketing” vorbei.

BUFFER:

Die Software Buffer ist ein Social-Media-Management-Tool. Mit Buffer lassen sich alle deine sozialen Netzwerke an nur einem Ort verwalten. So kannst du beispielsweise einen Post planen und ihn direkt auf mehren Kanälen teilen. Außerdem bekommst du eine durchgängige Performance-Analyse aller deiner Kanäle.

DATENTRANSFER:

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DROPBOX:

Mit Dropbox einfach Dateien hochladen und sie von jedem deiner Endgeräte aus abrufen. Das Tool dient der Online-Datenspeicherung sowie dem Austausch von Daten zwischen verschiedenen Personen. Der Zugriff auf die Dropbox ist mit dem Browser oder durch die jeweilige App möglich.

GOOGLE DRIVE:

Wie auch Dropbox dient Google Drive der Online-Datenspeicherung und dem Austausch von Daten. Darüber hinaus können hier auch mehrere Personen zeitgleich an einer Datei arbeiten. Das steigert die Produktivität und den Workflow enorm.

WETRANSFER:

Der Fokus bei WeTransfer liegt auf dem Versand großer Dateien an einen oder mehrere Empfänger. Ein großer Vorteil ist, dass man sich nicht erst registrieren muss, um den Dienst zu nutzen. Es genügt das Hinterlegen der eigenen E-Mail-Adresse und der des Empfängers.

BUCHHALTUNG:

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ELSTER:

Steuererklärung online und sicher. Mit Elster kannst du deine Steuerangelegenheiten bequem von überall aus regeln.

SCANBOT:

Ein Stapel an Rechnungen in Papierform oder ein Fotoprotokoll mit schlecht geschossenen Fotos. Wer kennt das nicht? Mit der mehrfach ausgezeichneten Scanner App ist damit Schluss. Sie ermöglicht es dir mittels Smartphone jederzeit und überall hochwertige Scans aufzunehmen. Somit wird der herkömmliche Scanner überflüssig.