Lieber spät als nie – warum man nicht zu alt ist zum Gründen

Oft, wenn von innovativen Startups – oder Gründern allgemein – die Rede ist, denkt man an junge, dynamische Menschen. Doch sie sind nicht die Einzigen, die sich als Entrepreneure versuchen.

Heute fokussieren wir uns gezielt auf spätes Gründen. Warum sollte man auch im „Alter“ diesen Schritt wagen?

Es ist allseits bekannt und wissenschaftlich erwiesen, dass die Kraft mit den Jahren nachlässt – dafür nehmen aber Lebenserfahrung und Kompetenz auf bestimmten Fachgebieten zu. Manchen kribbelt es immer mehr in den Fingern, weil sie nach jahrelangem Angestellten-Dasein gerne eigene Ideen umsetzen und ihr eigener Chef sein möchten. Einfach mal etwas Neues wagen und gesammelte Erfahrung sowie Disziplin in das Geschäft investieren und an die Mitarbeiter weitergeben. Zudem sind die Wünsche in den meisten Fällen klarer definiert und ändern sich nicht vom einen auf den anderen Tag. Ersparnisse und bereits geknüpfte Kontakte sind ebenfalls ein Vorteil, bei dem die ältere Generation der jüngeren weit voraus ist.

Natürlich sollten ganz besonders hier Ziele, Geschäftsmodell und Markt klar sein, die rechtlichen Rahmenbedingungen stimmen (auch im Privaten oder Personalmanagement; zum Beispiel beim Thema Krankenversicherung). Den technischen sowie digitalen Anforderungen sollte man ebenfalls gewappnet und offen gegenüberstehen. Auch ist es wichtig, die eigenen Kräfte gut einzuschätzen und dementsprechend die Arbeitseinteilung gut zu planen, Aufgaben gegebenenfalls zu delegieren.

Angst vor dem Risiko, gar vor dem Scheitern, haben die Meisten. Doch wenn der Traum groß ist, sollte man ihn in die Tat umsetzen, bevor es irgendwann zu spät ist und man bereut:

„To any entrepreneur: if you want to do it, do it now. If you don’t, you’re going to regret it.“ (Catherine Cook, MyYearbook)

„If you’ve got an idea, start today. There’s no better time than now to get going. That doesn’t mean quit your job and jump into your idea 100% from day one, but there’s always small progress that can be made to start the movement.“ (Kevin Systrom, Instagram)

Hinzu kommt, dass viele große Namen bei der Gründung bereits über 40 oder gar 50 Jahre alt waren: zum Beispiel Henry Ford (40), Jerry Baldwin von Starbucks (41), Adolf Dassler mit Adidas (48), Estée Lauder (54) oder Ferdinand Porsche (56). IBM-Gründer Charles Flint trumpfte mit einem stolzen Alter von 61 Jahren. Sogar in Deutschland lag im Jahr 2015 die Altersklasse der Gründer zwischen 35-44 Jahren mit Vollerwerb bei 23,7 Prozent, die 45-54-Jährigen bei 22,7 %.[1] 

Es ist also möglich.

 

Online-Quellen:

https://www.lebenshelferwerden.de/es-ist-nie-zu-spaet-zum-gruenden/

https://www.gruenderszene.de/allgemein/gruenden-alter-nie-zu-spaet-bezos-zuckerberg

http://www.selbstaendig-im-netz.de/2013/07/23/selbstaendig/zu-alt-fuer-die-selbststaendigkeit-tipps-und-hilfen-fuer-aeltere-gruender/

http://t3n.de/news/startups-20-inspirierende-zitate-504072/

[1] Tabellen- und Methodenband des KfW-Gründungsmonitors 2016 https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/Research/PDF-Dokumente-Gr%C3%BCndungsmonitor/KfW-Gr%C3%BCndungsmonitor-2016-Tabellenband.pdf

Foto: Gerd Altmann // Geralt unter Pixabay